OSBF-Projektgruppe Interoperabilität stellt Middleware für sicheres Cloud-Computing vor
CeBIT-Premiere: „Internet Service Bus“ bringt SOA in die Cloud und schlägt die Brücke zwischen Java und .NET
Nürnberg/Hannover, 03. März 2009. Die Projektgruppe Interoperabilität der Open Source Business Foundation e.V. (www.osbf.de), des europäischen Netzwerks der Open Source-Branche, hat auf der CeBIT am 3. März 2009 eine von mehreren Mitgliedern gemeinsam entwickelte Plattform für sicheres Cloud-Computing vorgestellt. Der Internet Service Bus (ISB) demonstriert, wie verschiedene Online-Applikationen in Form von Services über eine integrierte Webanwendung zugänglich gemacht werden. Der Projektgruppe ist es mit dem ISB erstmals gelungen, das Konzept der Service-orientierten Architektur als Basis für Cloud-Computing zu nutzen. Gleichzeitig schlägt die Plattform die Brücke zwischen der Java- und der .NET-Welt. Die in der Projektgruppe gemeinsam entwickelte Middleware setzt Standards, nicht zuletzt in Sachen Sicherheit: Der neue Identity Network Service (INS) erlaubt eine sichere Online-Authentisierung und ‑Autorisierung per Single-Sign-on.
Die Mitglieder des OSBF-Entwicklungskonsortiums – 1&1, Corisecio, Microsoft, OpenXchange und Sopera – zeigen auf der CeBIT eine Live-Demo ihres Internet Service Bus. Dieser ermöglicht es den Anwendern, über eine Webapplikation Patienteninformationen aus verschiedenen Quellen zu verwalten und berechtigten Nutzern gezielt Zugriff auf personenbezogene Daten zu gewähren. Die Applikationen OpenXchange, Microsoft Exchange und Microsoft Virtual Earth sind dazu via Internet Service Bus zu einer einzigen webbasierten Anwendung integriert. „Derzeit gibt es nichts Vergleichbares“, sagt Andreas Hartl, Leiter der OSBF-Projektgruppe Interoperabilität und Direktor Plattform Strategie der Microsoft Deutschland GmbH. „Für Kunden war ein Single-Sign-on zur Nutzung von Services unterschiedlicher Serviceanbieter in der Cloud bisher nicht möglich. Durch den massiv skalierbaren ISB mit dem INS Service Layer hat unsere Projektgruppe dies verwirklicht.“
Basis des ISB ist die quelloffene SOA-Plattform Sopera ASF. Diese bindet sowohl Java- als auch .NET-Applikationen als Servicegeber ein. Sopera-Geschäftsführer Dr. Ricco Deutscher verdeutlicht: „Java und .NET sind heute die vorherrschenden Plattformen für Enterprise-Applikationen – und werden es auch für Cloud-Computing sein. Für die native Integration dieser beiden Welten ist der ISB der Schlüssel.” Die verteilte Struktur des ISB stellt dabei eine gute Skalierbarkeit sicher – wichtig insbesondere für anspruchsvolle Cloud-Szenarien. Monitoring-Funktionen erleichtern den Einsatz im professionellen Hosting-Umfeld. Aufgrund seiner Plug-In-Struktur lässt sich der ISB flexibel anpassen. Durch vorhandene Tool-Unterstützung und die Nutzung etablierter Standards wird die Anwendungsentwicklung für die Cloud durch den ISB deutlich vereinfacht.
Zudem ist es dem OSBF-Entwicklungskonsortium bei seinem Projekt gelungen, erstmals eine Lösung für das große Cloud-Computing-Thema Sicherheit zu finden: Im Rahmen eines Projekts unter Leitung von Corisecio wurde der Identity Network Service (INS) entwickelt, der die sichere Online-Authentisierung und ‑Autorisierung der Nutzer gestattet. Die INS-Lösung gewährt Anwendern durch Single-Sign-on den zentralen Zugriff auf alle ISB-Services, zu deren Nutzung sie berechtigt sind. INS basiert auf den offenen Standards SAML 1.1 sowie 2.0 und unterstützt verschiedene Authentisierungsformate wie Username/Passwort, Microsoft CardSpace oder auch RSA Token. Zur Autorisierung der Nutzer lässt sich INS an Verzeichnisdienste wie LDAP, Active Directory oder Dir X anbinden. INS ermöglicht die Nutzung von Rechten und Rollen der Anwender aus verschiedenen Quellen erstmals in einem standardisierten Format und sorgt so für die im Cloud-Computing unabdingbare Sicherheit.
Die Open Source Business Foundation e.V. (OSBF)
Die Open Source Business Foundation e.V. – OSBF – mit Vereinssitz in Nürnberg ist ein europäisches Netzwerk aus Unternehmen, Institutionen und Personen, deren gemeinsame Interessen in Open Source Entwicklungs- und Businessmodellen liegen. Unternehmensgründer und etablierte Unternehmen aus ganz Europa finden in der OSBF eine Plattform, die ihnen Kontakte bietet und ihre Geschäftsideen unterstützt und fördert. Das Besondere an der Open Source Business Foundation ist, dass sie Open Source buchstäblich aus der Business-Perspektive betrachtet: Bei den vielfältigen Aktivitäten der OSBF steht immer der geschäftliche Nutzen von Open Source-Software im Vordergrund. Das Erfolgsrezept der OSBF besteht darin, Softwareunternehmen und Servicefirmen, Coaches, Wachstumsfinanzierer und Hochschulen europaweit zu vernetzen und alle OSBF Mitglieder in konkrete Projekte einzubeziehen.
Zu den Highlights der OSBF zählt die alljährliche Verleihung des mit insgesamt 78.000 Euro dotierten Open Source Business Awards (OSBA) für auf europäischer Ebene beispielgebende Open Source-Software und -Geschäftskonzepte. Weitere wichtige Aktivitäten der OSBF sind unter anderem: das Collaborative Open Source Application Development (COSAD) als Best-Practice-Konsortium für Softwareentwicklung; die Embedded Open Source Cluster Initiative (EOSCI), in der die Wissenschaftler des Embedded Systems Institute ESI der Universität Erlangen-Nürnberg eng mit der Industrie kooperieren; Open Source Meets Business (OSMB), eine Veranstaltungsplattform, die OSBF Mitgliedsfirmen für kostenpflichtige Events zur Verfügung steht; sowie die Foundation Coaches, nahezu zwei Dutzend hochkompetente und spezialisierte Manager und Berater, die Mitgliedsunternehmen an ihrer vielfältigen Erfahrung nebenberuflich und ohne Berechnung partizipieren lassen.
Die Open Source Business Foundation ist Ende 2007 aus ihrer Vorgängerorganisation, dem 2006 gegründeten Linux Business Campus Nürnberg e.V., hervorgegangen. Die OSBF hat heute bereits 150 Mitglieder aus ganz Deutschland, Europa und den USA. Neben zahlreichen mittelständischen und Großunternehmen – von Agnitas bis Zimory, von SerNet über Novell bis Red Hat, von Microsoft über die Deutsche Post bis zur Deutschen Telekom – zählen auch diverse Institutionen zum Mitgliederkreis, wie etwa die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, die Freie Universität Berlin, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die IHK Nürnberg für Mittelfranken sowie die Stadt Nürnberg. Außerdem bestehen Partnerschaften mit sechs Verbänden und Vereinen, wie beispielsweise dem Embedded Systems Institute (ESI), dem LIVE Linux-Verband e. V. und der Nürnberger Initiative für die Kommunikationswirtschaft e. V. (NIK).
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SOPERA unterstützt Unternehmen bei der Realisierung Service-orientierter Architekturen (SOA). SOPERA basiert auf der SOA-Plattform des SOA-Pioniers Deutsche Post. In SOPERA steckt die Erfahrung aus über sieben Jahren Entwicklung und Betrieb der Plattform in einem anspruchsvollen Enterprise-Umfeld. SOPERA, ist ein quelloffenes, modulares, standardbasiertes SOA-Framework, unterstützt Best of Breed-Konzepte und deckt den gesamten SOA Lifecycle ab. Unabhängig von der Deutschen Post, bietet die SOPERA GmbH die Implementierung, Beratung sowie den gesamten Support und die Betreuung der Software an.
